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April 2011 - In den vergangenen Wochen war die Orgelbauwerkstatt das Ziel von Fachleuten des Bischöflichen Generalvikariats Münster, Restauratoren und Vertretern des Kirchenvorstandes. Dabei ging es nicht nur um die Begutachtungen der aktuellen Situation zur Restaurierung des einzigartigen Instrumentes, sondern auch um Absprachen um das weitere Procedere der wertvollen Lamberti-Orgel.
Am 26. Marz besuchten Vertreter des Kirchenvorstandes zusammen mit Dechant Kemper die Orgelbauwerkstatt. Die renommierte Orgelbaufirma, die nicht nur durch den Bau der großen Paderborger Domorgel auf sich aufmerksam machte, nimmt sich mit großem Sachverstand, handwerklichem und künstlerischem Können der alten Stromberger Orgel an. Nicht nur der historische Prospekt der Orgel, die in vielen Teilen geborsten, verzogen und vom Holzwurm befallen ist, entpuppt sich als echte Herausforderung. Auch die Arbeiten am historischen Pfafenmaterial erfordern die Erfahrung und das ganze Können der Orgelbauer.
So konnten beim Besuch in der Werkstatt mitlerweile die ersten restaurierten Pfeifen auf der Intonierlade des Orgelbauers gehört werden. Anstelle von Krepp-Papier halten nun weiße Wachsstreifen die Stimmdeckel der mehr als 200 Jahre alten Pfeifen und werden erst beim Einbau und bei der Intonation in der Kirche zurecht geschnitten. Die problematischen Zinkpfeifen sind inzwischen durch gleich mensurierte neue Zinnpfeifen ausgetauscht worden und ergeben in Verbindung mit den alten Pfeifen ein bruchloses Klangbild. Andere Pfeifen mussten mühsam rekonstruiert werden, weil die alten Pfeifen so beschädigt waren, dass sie nicht mehr zu reparieren sind. Ein weiteres Problem bringt der mechanische Spieltisch von 1978, dessen beweglichen Teile nicht mehr übernommen werden können.
Zur Zeit wird an der großen Windlade des Instrumentes gebaut. Zum ersten Mal stehen dann alle Register in der Kirche und nicht im Turm bzw. Turmbogen, was besonders für die Orgelbässe hörbare Folgen haben wird. Vorher lagen die großen Basspfeifen horizontal gestapelt auf dem Fußboden der Orgelbühne und ihre klangliche Wirkung war nur von unzureichender Qualität.
Nach Ostern werden wohl die Baustützen unter der Orgelbühne durch neue Holzpfeiler ersetzt. Somit wird auch die Empore in der Lambertikirche wieder - wie in der Kreuzkirche - durch vier Pfeiler stabilisiert. Erst danach - voraussichtlich im Sommer - kann mit dem Einbau der mehr als 4 Tonnen schweren Orgel begonnen werden.
Die sieben Farbschichten, die auf dem Gehäuse nachzuweisen sind, werden nicht wieder auf die Grundfarbe rekonstruiert werden können. Die Risse, Verwerfungen und Unebenheiten werden von den Orgelbauern begradigt. Die historischen Hölzer bleiben erhalten und werden durch eine Restaurationsfirma mit einem neuen Farbanstrich versehen. Die weiteren Gehäuseteile werden Massivholz-Konstruktionen sein, weil Tischlerplatten und Sperrhölzer auch klanglich nicht mit dem historischen Gehäuse vereinbar sind. Erst danach beginnt der Einbau der etwa 900 Orgelpfeifen, die dann jeweils einzeln und im Zusammenklang auf den Raum der altehrwürdigen Lambertikirche intoniert werden - eine Arbeit von etwa 6 Wochen. Vielleicht gelingt es, dass am Christkönigsfest - also am letzten Sonntag im Kirchenjahr - die alte Orgel eingeweiht und wieder in Dienst gestellt werden kann.
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